Wassersparen im Garten
Es ist aus zwei Gründen sinnvoll, im Garten Wasser zu sparen. Erstens, um Geld zu sparen, wenn Sie einen Wasserzähler haben und das Wasser selbst bezahlen müssen. Zweitens, weil gerade an besonders heissen Sommertagen die Gartenbewässerung einen erheblichen Anteil am Wasserbedarf haben kann. Dadurch können die örtlichen Wasserversorger zusätzlich belastet werden und müssen gegebenenfalls mehr Grundwasser oder Wasser aus Flüssen bereitstellen.
Hohe Wasserentnahmen können in trockenen Perioden die Gewässer und den örtlichen Wasserhaushalt zusätzlich belasten. In besonders trockenen Sommern ist es bereits vorgekommen, dass Gemeinden die Bewässerung von Gärten oder das Befüllen privater Pools eingeschränkt haben – ein unerfreulicher Fall für alle, die ihren Garten pflegen möchten. Lesen Sie hier hilfreiche Möglichkeiten, wie Sie Ihren Wasserverbrauch im Garten reduzieren können.
Wasser besser im Boden halten
Um die Pflanzen optimal zu versorgen und dabei im eigenen Garten möglichst wenig Wasser zu verschwenden, ist es wichtig, die Bodenbeschaffenheit im Auge zu behalten:
- Die Zugabe von organischen Stoffen wie Kompost verbessert die Struktur des Bodens und hilft ihm, Feuchtigkeit zu speichern.
- Das Mulchen von Blumenbeeten sowie der Böden unter Sträuchern und Bäumen verringert die Verdunstung und hilft, die Feuchtigkeit während Trockenperioden im Boden zu halten.
- Auch das Mulchen der Oberfläche von Blumenampeln und Pflanzgefässen kann helfen, die Feuchtigkeit länger zu bewahren.
- Wasserspeichergranulat oder -gel kann die Wasserspeicherung in Pflanzgefässen unterstützen. Beachten Sie dabei die Anwendungshinweise des jeweiligen Herstellers.
Wasser im Garten zur richtigen Zeit nutzen
Viele von uns bewässern ihre Gärten mehr als nötig. Das ist nicht nur verschwenderisch, sondern bedeutet auch zusätzliche Arbeit. Um zu prüfen, ob Sie Beete im Garten giessen müssen, kontrollieren Sie die Erde etwa einen Spaten tief. Ist der Boden auch in dieser Tiefe noch feucht, ist in der Regel kein zusätzliches Giessen nötig. Ist er trocken, sollten Sie bewässern.
Die Bodenbeschaffenheit spielt dabei eine wichtige Rolle: Sandige Böden lassen Wasser schneller versickern, während lehmige Böden Wasser besser speichern können. Prüfen Sie deshalb die Feuchtigkeit möglichst in der Wurzelzone und beobachten Sie zusätzlich Ihre Pflanzen. Welke Blätter oder Veränderungen der Blattstellung können Hinweise auf Wassermangel sein.
Giessen Sie am besten früh morgens, wenn der Boden noch kühl ist und weniger Wasser verdunstet. Alternativ eignet sich auch der späte Abend. Vermeiden Sie dagegen die Bewässerung in der prallen Mittagssonne. So gelangt mehr Wasser dorthin, wo es gebraucht wird – zu den Pflanzenwurzeln.
Wasser genau dosieren
Wie viel Sie im Garten giessen müssen, hängt von der Bodenart, der Pflanzenauswahl, dem Wetter und dem Entwicklungsstand der Pflanzen ab. Leichte Sandböden müssen häufig etwas öfter bewässert werden als schwere Böden. Lehmböden können Wasser länger speichern, nehmen grössere Wassermengen aber langsamer auf.
Als Orientierung können bei Gemüsebeeten an einem gründlichen Giessdurchgang etwa 20 bis 25 Liter pro Quadratmeter sinnvoll sein. Das entspricht ungefähr zwei bis zweieinhalb 10-Liter-Giesskannen pro Quadratmeter. Diese Menge ist jedoch keine allgemeingültige Regel für alle Gartenbereiche. Richten Sie die Bewässerung nach dem tatsächlichen Bedarf der Pflanzen und der Bodenfeuchtigkeit aus. Besser ist es häufig, seltener und dafür durchdringend zu giessen, damit das Wasser auch tiefere Wurzelschichten erreicht.
Wassersparende Pflanzen anbauen
Einige Pflanzen benötigen weniger Wasser als andere, um gut zu wachsen. Dafür müssen Sie keineswegs auf Kakteen, Palmen oder Steppengewächse ausweichen. Auch viele heimische und standortgerechte Pflanzen kommen mit längeren Trockenperioden gut zurecht. Ein paar Beispiele:
- Mauerpfeffer
- Hauswurz
- Fetthenne
- Levkoje
- Blaukissen
- Steinquendel
- Edeldistel
- Königskerze
Wichtig ist, Pflanzen auszuwählen, die zum jeweiligen Standort und Boden passen. Vor allem frisch gepflanzte Exemplare benötigen zunächst regelmässige Wassergaben, bis sie gut eingewurzelt sind.
Überhaupt nicht wassersparend ist hingegen ein kurz geschnittener Rasen. Die Gräser sind dann stärker der Sonne ausgesetzt und der Boden trocknet schneller aus. Es lohnt sich deshalb, den Rasen im Sommer etwas höher wachsen zu lassen. Bei längeren Trockenperioden empfiehlt sich eine Schnitthöhe von etwa fünf Zentimetern. Noch besser ist es, an geeigneten Stellen eine naturnahe Blumenwiese oder eine weniger intensiv gepflegte Fläche anzulegen. Solche Flächen benötigen nach dem Anwachsen häufig keine zusätzliche Bewässerung im Sommer.
Quelle: Bundesinformationszentrum Landwirtschaft – Pflanzen richtig giessen und Wasser sparen
Im Garten Wasser sparen mit Technik: Bewässerungssysteme
Ein Rasensprenger kann je nach Modell und Einstellung grosse Wassermengen verteilen. Gerade bei kleinen oder unterschiedlich bepflanzten Gartenflächen ist das nicht immer die effizienteste Lösung. Mit gezielter Bewässerung können Sie das Wasser direkt dorthin bringen, wo es gebraucht wird.
Schläuche und Giesskannen: Sie sind zwar arbeitsintensiver, ermöglichen dafür aber eine gezielte Bewässerung. Giessen Sie möglichst direkt an den Pflanzenfuss und in den Wurzelbereich, während die umliegende Fläche weitgehend trocken bleibt. So kommt das Wasser dort an, wo es gebraucht wird, und die Blätter bleiben möglichst trocken.
Sickerschläuche: Sie geben das Wasser über kleine Öffnungen langsam an den Boden ab und können unter einer Mulchschicht oder teilweise auch unter der Erde verlegt werden. Dadurch wird die Verdunstung verringert. Sie eignen sich besonders für Reihenpflanzungen. Auf schwereren Böden breitet sich das Wasser seitlich stärker aus als auf leichten Sandböden.
Automatische Bewässerungssysteme: Sie geben das Wasser über Tropfschläuche oder kleine Auslässe gezielt an die Pflanzen ab. Mit einem Bewässerungscomputer können die Zeiten und Wassermengen eingestellt werden. Noch bedarfsgerechter wird die Bewässerung, wenn zusätzlich Bodenfeuchtesensoren eingesetzt werden. So lässt sich vermeiden, dass unnötig gegossen wird.
Wasser sparen im Garten: Regenwasser als Brauchwasser nutzen
Regenwasser ist eine praktische Alternative zu Trinkwasser für die Gartenbewässerung. Es ist in der Regel für die meisten Gartenpflanzen gut geeignet und muss nicht über die öffentliche Wasserversorgung bezogen werden.
Im langjährigen Durchschnitt der Jahre 1991 bis 2020 fallen in Deutschland rund 791 Liter Niederschlag pro Quadratmeter und Jahr. Auf einem Hausdach mit 200 m² Fläche treffen damit rechnerisch rund 158.000 Liter Regen pro Jahr auf. Nicht die gesamte Menge lässt sich auffangen und nutzen: Ein Teil geht beispielsweise durch Verdunstung, Spritzverluste und den Überlauf der Anlage verloren.
Eine Regentonne mit 150 Litern Fassungsvermögen kann bereits einige Pflanzen mit aufgefangenem Regenwasser versorgen. Für grössere Gärten kann sich eine Zisterne lohnen. So lässt sich Trinkwasser für die Gartenbewässerung einsparen. Die Anschaffung und Installation einer Regenwassernutzungsanlage verursacht allerdings eigene Kosten.
Bei regionalen Trockenperioden und behördlichen Einschränkungen sollten Sie die jeweiligen Vorgaben Ihrer Gemeinde beachten. Pauschal lässt sich nicht sagen, dass jede Form der Wasserentnahme oder Wassernutzung uneingeschränkt erlaubt ist.
Aufbereitetes Regenwasser kann bei entsprechender Installation auch im Haushalt als Betriebswasser genutzt werden, beispielsweise für die Toilettenspülung. Dafür sind getrennte Leitungsnetze für Trinkwasser und Regenwasser sowie eine fachgerechte Installation erforderlich.
Trockenresistenten Garten anlegen
Ein trockenresistenter Garten kann den zusätzlichen Bewässerungsbedarf deutlich reduzieren. Entscheidend sind dabei die Auswahl geeigneter Pflanzen, eine gute Bodenvorbereitung und eine Gestaltung, die zum jeweiligen Standort passt.
Während Rasenflächen und durstige Pflanzen in trockenen Sommern häufig zusätzliche Bewässerung benötigen, kommen standortgerechte Stauden, Bodendecker und trockenheitsverträgliche Gehölze oft mit deutlich weniger Wasser aus. Auch eine dichte Bepflanzung und eine Mulchschicht helfen, die Feuchtigkeit im Boden zu halten.
In diesem Artikel von Purgrün erfahren Sie, wie die Gestaltung eines trockenresistenten Gartens aussehen kann, wie man ihn am besten plant und welche Vor- und Nachteile solche Gärten haben.